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Position des Bundesrats

Abstimmungsergebnis vom 27. September 2026

Die Neutralitätsinitiative wurde am 27. September 2026 mit 70,15 % Nein zu 29,85 % Ja verworfen. Alle 26 Kantone lehnten sie ab; die Standesstimmen verteilen sich auf 0 Ja und 23 Nein.

Vorläufiges amtliches Endresultat · Datenstand: 27. September 2026, 16:12 Uhr (Europe/Zurich).

Ergebnis Anzahl Stimmen Anteil
Ja 789’130 29,85 %
Nein 1’854’767 70,15 %

Stimmbeteiligung: 47,06 %.

Der vorgeschlagene Art. 54a wird damit nicht in die Bundesverfassung aufgenommen. Die folgenden Grundlagen und Argumente dokumentieren die Debatte vor der Abstimmung.

BFS: amtliches Abstimmungsergebnis

Zusammenfassung: Der Bundesrat empfiehlt die Neutralitätsinitiative zur Ablehnung. In seiner Botschaft vom 27. November 2024 argumentiert er, ein starres Neutralitätsverständnis liege nicht im Interesse der Schweiz und schränke den aussenpolitischen Handlungsspielraum unangemessen ein.


1. Die Botschaft vom 27. November 2024

Am 27. November 2024 veröffentlichte der Bundesrat seine Botschaft zur Neutralitätsinitiative mit der Empfehlung Nein, ohne Gegenvorschlag [1][2].


2. Kernargumente des Bundesrats

2.1 Starres Neutralitätsverständnis ist nicht zielführend

Der Bundesrat argumentiert, dass ein verfassungsrechtlich fixiertes, starres Neutralitätsverständnis den Handlungsspielraum in einer sich schnell verändernden Sicherheitslage unangemessen einschränke [1].

2.2 Sanktionsverbot problematisch

Die heutigen Sanktionen gegen Russland wären bei Annahme nicht mehr möglich. Der Bundesrat sieht darin ein Risiko für die internationale Stellung der Schweiz und den Finanzplatz [1].

2.3 175 Jahre flexible Neutralität haben sich bewährt

Die bewusst flexible Auslegung der Neutralität habe es der Schweiz ermöglicht, sich an veränderte Umstände anzupassen -- vom Völkerbund über den Kalten Krieg bis zur Gegenwart [1].


3. Zitate

Bundesrat Ignazio Cassis (Stand März 2026):

"Die Schweiz ist, war und bleibt neutral. Gerade weil sie zuverlässig und anpassungsfähig ist, ist sie stark. Eine Versteinerung würde ihre Stärke untergraben." [3]


4. Warum kein Gegenvorschlag?

Der Bundesrat verzichtete auf einen eigenen Gegenvorschlag. Der Ständerat erarbeitete zwar einen Gegenvorschlag (Neutralität als Verfassungsgrundsatz, aber ohne Sanktionsverbot), doch dieser scheiterte am Widerstand des Nationalrats (siehe Parlamentarische Behandlung) [4].


5. Gegenposition der Befürworter

Das Initiativkomitee entgegnet den bundesrätlichen Argumenten [5]: Hinweis: Positionspapier des Initiativkomitees

  • "Flexibilität" bedeute in der Praxis, dass der Bundesrat die Neutralitätspolitik ohne demokratische Legitimation ändere.
  • Der Sanktionsentscheid vom 28. Februar 2022 sei ein Bundesratsbeschluss ohne Volksabstimmung gewesen.
  • 87% der Bevölkerung befürworteten die Neutralität -- die Initiative setze diesen Volkswillen um.

Quellenverzeichnis

[1] Bundesrat (2024). Medienmitteilung: Bundesrat empfiehlt Ablehnung der Neutralitätsinitiative.
Schweizerischer Bundesrat. [Open Access]

[2] SRF (2024). Bundesrat lehnt Neutralitätsinitiative ab.
Schweizer Radio und Fernsehen. [Open Access]

[3] NZZ (2025). Ignazio Cassis verteidigt flexible Neutralität.
Neue Zürcher Zeitung. [Open Access]

[4] swissinfo.ch (2026). Gegenvorschlag zur Neutralitätsinitiative ist vom Tisch.
SWI swissinfo.ch. [Open Access]

[5] neutralität-ja.ch (2024). Argumentarium.
Initiativkomitee. [Open Access] Hinweis: Positionspapier des Initiativkomitees


Politische Aktualisierung: 6. September 2026; Grundlagenstand: März 2026