¶ Verlauf der Verhandlungen
Quelle: Botschaft 26.023, Kapitel 1.3 (S. 42--52)
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Die Verhandlungen zum Paket Schweiz-EU erstreckten sich über mehrere Jahre: von den exploratorischen Gesprächen ab Februar 2022 über die formellen Verhandlungen ab März 2024 bis zur Unterzeichnung am 2. März 2026. Insgesamt wurden 197 Verhandlungssitzungen durchgeführt, begleitet von einem breiten innenpolitischen Einbezugsprozess.

- 23. Februar 2022: Bundesrat beschliesst exploratorische Gespräche mit der EU zum Paketansatz
- Ab Juli 2022: Erste technische Gespräche zwischen der Schweiz und den zuständigen Generaldirektionen der Europäischen Kommission
- 31. August 2022: Bundesrat setzt Projektorganisation unter Leitung des EDA-Vorstehers ein (Steuerungsgruppe, Kerngruppe, Sounding Board)
- 8. November 2023: Bundesrat stellt fest, dass eine ausreichende Basis für die Aufnahme formeller Verhandlungen vorliegt
¶ Verhandlungsmandat (Dezember 2023 -- März 2024)
- 15. Dezember 2023: Bundesrat verabschiedet Entwurf des Verhandlungsmandats
- Konsultation der aussenpolitischen Kommissionen, weiterer Parlamentskommissionen, Kantone, Wirtschafts- und Sozialpartner
- 8. März 2024: Verhandlungsmandat definitiv verabschiedet
- 12. März 2024: EU verabschiedet ihr Verhandlungsmandat
- 18. März 2024: Offizielle Eröffnung durch Bundespräsidentin Viola Amherd und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
- Chefunterhändler: Patric Franzen (Schweiz), Richard Szostak (EU)
- 14 Verhandlungsgruppen: Institutionelle Elemente, staatliche Beihilfen, Personenfreizügigkeit (Zuwanderung), Personenfreizügigkeit (Lohnschutz), Landverkehr, MRA, Luftverkehr, Lebensmittelsicherheit, Strom, Gesundheit, Programme, Weltraum, Schweizer Beitrag, transversale Elemente
- Rund dreimal im Monat Sitzungen auf Chefunterhändlerebene, dazu häufigere punktuelle Kontakte
- Regelmässige Kontakte auf politischer Ebene (Amherd--von der Leyen, Cassis--Sefcovic)
- 20. Dezember 2024: Bundesrat nimmt mit Befriedigung den erfolgreichen materiellen Abschluss zur Kenntnis; insgesamt 197 Verhandlungssitzungen
- 2. April 2025: Chefunterhändler paraphieren EU-Programmabkommen (EUPA); am 10. April vom Bundesrat gutgeheissen
- 21. Mai 2025: Übrige Abkommen und Protokolle in Bern paraphiert
- 13. Juni 2025: Bundesrat öffnet die Vernehmlassung (bis 31. Oktober 2025)
- 24. Juni 2025: Gemeinsame Erklärung zum Umfang der Partnerschaft unterzeichnet (Cassis--Sefcovic, Brüssel)
- 10. November 2025: EUPA durch BR Parmelin und EU-Kommissarin Zaharieva in Bern unterzeichnet; provisorische Anwendung rückwirkend ab 1. Januar 2025
- 2. März 2026: Unterzeichnung des gesamten Pakets in Brüssel (BR Parmelin -- Kommissionspräsidentin von der Leyen)
- Regelmässige Information via Aussenpolitische Kommissionen (APK), mehr als 13 Sitzungen während der Verhandlungen
- EFTA/EU-Delegation des Parlaments einbezogen
- Sachbereichskommissionen (WBK, SGK, UREK, KVF, WAK, SPK, FK) über Mandatsentwurf und Verhandlungsstand informiert
- Vertretung in 8 der 14 Verhandlungsgruppen über Direktorenkonferenzen
- 27 Europadialoge und 28 Sounding-Board-Sitzungen bis zur Verabschiedung der Botschaft
- KdK unterstützte die Verhandlungslinien (24 von 26 Kantonen befürwortend)
- Rund 140 Sitzungen der fachspezifischen innenpolitischen Gremien
- Sounding Board unter Leitung der Departementschefs (SGB, Travail.Suisse, SAV, SGV, economiesuisse)
- 28 Sounding-Board-Sitzungen insgesamt
¶ Verhandlungsergebnis
Das Verhandlungsergebnis entspricht dem Paketansatz vom 23. Februar 2022:
| Teil |
Inhalt |
| Stabilisierungsteil |
Institutionelle Elemente in 5 Binnenmarktabkommen, staatliche Beihilfen, Aktualisierung bestehender Abkommen |
| Weiterentwicklungsteil |
Neue Abkommen (Strom, Lebensmittelsicherheit, Gesundheit), Kooperationen (Forschung/Bildung, Weltraum), Schweizer Beitrag |
| Weiterführende Zusammenarbeit |
Hochrangiger Dialog, parlamentarische Zusammenarbeit, Gemeinsame Erklärung |
| Bundesbeschlüsse |
4 referendumsfähige Bundesbeschlüsse (1 Stabilisierung + 3 Weiterentwicklung) |
[1] Botschaft 26.023, Kapitel 1.3 (S. 42--52)
[2] EDA: Paket Schweiz-EU