Prognose: Bis 2050 werden digitale Währungen den Löwenanteil aller Transaktionen abwickeln. Der US-Dollar wird seine Rolle als globale Reservewährung verlieren. Der Schweizer Franken könnte als einer der letzten stabilen staatlichen Währungen überleben.
Thomas Mayer, Ökonom und früherer Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hat es wiederholt belegt: Alle Fiat-Währungen tendieren langfristig gegen Null [1]. Der Dollar hat seit dem Ende des Goldstandards 1971 über 99 Prozent seines Goldwertes verloren. Der Euro hat seit seiner Einführung rund 30 Prozent an Kaufkraft eingebüsst.
Der Schweizer Franken steht besser da -- aber er ist keine Ausnahme vom Prinzip. Er verliert langsamer, weil die Schweizerische Nationalbank unabhängiger agiert als die EZB und die Federal Reserve.
Über 130 Länder arbeiten an Central Bank Digital Currencies (CBDCs) [2]. China testet den digitalen Yuan bereits im Alltag. Die EZB plant den digitalen Euro. Die SNB hat mit dem Projekt Helvetia die technische Machbarkeit einer CBDC auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie erprobt [3].
Prognose: CBDCs werden Bargeld nicht abschaffen, aber marginalisieren. Die eigentliche Frage ist: Werden CBDCs als Überwachungsinstrument oder als neutrales Zahlungsmittel konzipiert?
In China ist die Antwort klar: Der digitale Yuan ist programmierbar -- der Staat kann kontrollieren, wofür und wann Geld ausgegeben wird. In der Schweiz wäre ein solches Design verfassungswidrig. Aber die Versuchung, fiskalische Kontrolle mit digitalem Geld zu verbinden, besteht überall.
Der US-Dollar ist seit 1944 (Bretton Woods) die globale Reservewährung. Dieser Status erodiert:
Prognose: Der Dollar wird nicht abrupt fallen, sondern schleichend an Bedeutung verlieren -- so wie das britische Pfund seine Dominanz zwischen 1914 und 1956 verlor.
Gold hat über 5'000 Jahre seine Funktion als Wertspeicher bewahrt. In einer Welt, in der digitale Währungen kommen und gehen, bleibt physisches Gold der ultimative Anker. Gold ist nicht durch Algorithmen manipulierbar, nicht durch Serverausfälle gefährdet, nicht durch politische Entscheidungen entwertbar [5].

Prognose: Der Schweizer Franken könnte ironischerweise als einer der letzten stabilen staatlichen Währungen überleben -- gerade weil die Schweiz eine kleinere, kontrolliertere und demokratisch rechenschaftspflichtigere Geldpolitik betreibt.
Die Schweizer Finanzbranche, die sich bereits mit Digital Asset Custody beschäftigt, könnte zum Treuhänder einer neuen globalen Wertordnung werden. Die FINMA hat früh einen regulatorischen Rahmen für Krypto-Assets geschaffen [6].
Wenn Elon Musk mit "Money will be irrelevant" recht hat, ist die eigentliche Frage: Welche Form von Wertaufbewahrung hat in einer Welt ohne Arbeitslohn noch Bedeutung?
Die fiskalische Lücke von 75 bis 116 Milliarden Franken gewinnt eine zusätzliche Dimension: Wenn die Währung selbst an Wert verliert, wird die nominale Lücke grösser. Aber die reale Frage bleibt dieselbe -- es geht nicht um Franken oder Dollar. Es geht darum, wie eine Gesellschaft Wertschöpfung verteilt, wenn die Maschinen sie erzeugen und die Menschen sie nicht mehr erarbeiten.
[1] Mayer, Thomas: Die neue Ordnung des Geldes. FinanzBuch Verlag, 2014.
[2] Atlantic Council: Central Bank Digital Currency Tracker. 2025.
[4] World Gold Council: Gold Demand Trends Full Year 2024. London, 2025.
[6] FINMA: Wegleitung für Unterstellungsanfragen betreffend ICOs. Bern, 2018 (aktualisiert 2024).