Zusammenfassung: Die Bilateralen III sichern die Vollassoziierung der Schweiz an Horizon Europe (95,5 Mrd. Euro Budget), Erasmus+ und Digital Europe. Das EU-Programmabkommen (EUPA) wurde am 10. November 2025 unterzeichnet, die Assoziierung gilt rückwirkend ab 1. Januar 2025. Der ETH-Rat bezeichnet das Paket als "unverzichtbar" für die wissenschaftliche Exzellenz der Schweiz. Die Programmkosten von rund 5,4 Milliarden Franken werden von Kritikern als überhöht bewertet.
Horizon Europe ist mit einem Budget von 95,5 Milliarden Euro (2021-2027) das weltweit grösste zivile Forschungsförderprogramm [4][12]. Die Schweiz war bis 2021 als assoziierter Staat vollumfänglich beteiligt. Nach dem Abbruch der InstA-Verhandlungen stufte die EU die Schweiz als nicht-assoziierten Drittstaat ein [1].
Folgen der Nicht-Assoziierung (2021-2024) [1][12]:
Das EU-Programmabkommen (EUPA) wurde am 10. November 2025 unterzeichnet [12]:
| Element | Detail |
|---|---|
| Assoziierung rückwirkend ab | 1. Januar 2025 (Horizon Europe, Euratom, Digital Europe) [12] |
| ITER-Teilnahme ab | 1. Januar 2026 [12] |
| Erasmus+ möglich ab | 2027 (nach Parlamentsbeschluss) [13] |
| Parlamentarischer Beteiligungsrahmen | 5,422 Mrd. CHF (6,153 Mrd. inkl. Begleitmassnahmen) [12] |
Schweizer Forschende können wieder als Koordinatoren an EU-Projekten teilnehmen und erhalten Direktfinanzierung durch die Europäische Kommission [12][15].
Der ETH-Rat unterstützt das Paket vollumfänglich und bezeichnet es als unverzichtbar [14]:
"Stabile und regulierte Beziehungen mit der EU [sind] unerlässlich, um wissenschaftliche Exzellenz zu bewahren, Innovation zu stimulieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu stärken." [14]
Kritische Bedingung: Die Assoziierung an künftige EU-Programme ab 2028 ist nur möglich, wenn die Bilateralen III vom Parlament und Volk angenommen werden [14].
Die Schweiz ist seit 2014 nicht mehr an Erasmus+ assoziiert und nutzt das nationale Ersatzprogramm SEMP (Swiss-European Mobility Programme). Mit der geplanten Assoziierung ab 2027 erhalten Schweizer Studierende und Berufsbildende wieder vollen Zugang [13]:
swissuniversities betont, dass der prüfungsfreie Hochschulzugang für Schweizer Maturanden unangetastet bleibt [16].
Kritiker wenden ein [2]:
Die exakten Rückflussquoten für die neue Assoziierungsperiode sind noch nicht publiziert, da die Vollassoziierung erst seit Januar 2025 gilt. Historisch hat die Schweiz mehr Fördermittel zurückerhalten als einbezahlt [1][4].
[1] EDA (2026). Paket Schweiz-EU (Bilaterale III). Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten. [Open Access]
[2] UNSER RECHT (2026). Bilaterale III -- um was geht es? Informationsplattform. [Open Access]
[4] economiesuisse (2026). Bilaterale III: Den Schweizer Weg weitergehen. Dossier Politik. [Open Access] Hinweis: Wirtschaftsdachverband.
[12] SBFI (2026). Horizon-Paket 2021-2027. Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. [Open Access]
[13] Movetia (2026). Erasmus+ in der Schweiz. Nationale Agentur für Austausch und Mobilität. [Open Access]
[14] ETH-Rat (2026). Stellungnahme zur Vernehmlassung Schweiz-EU. ETH-Rat. [Open Access]
[15] ETH Zürich (2025). "Horizon Europe": Switzerland fully associated again. ETH Zürich. [Open Access]
[16] swissuniversities (2025). Willkommen zum Verhandlungsabschluss. swissuniversities. [Open Access]
Letzte Aktualisierung: März 2026