Stadi: mars 2026. Tut las datas sa basan sin funtaunas accessiblas al public.
Die Proliferation unbemannter Systeme und Raketentechnologie hat die Zahl der Akteure, die substantielle Luftbedrohungen darstellen können, massiv erweitert. Während Marschflugkörper und ballistische Raketen traditionell Grossmächten vorbehalten waren, ermöglichen kostengünstige Drohnen heute auch nicht-staatlichen Gruppen und Proxy-Formationen wirksame Luftangriffe. Dieses Kapitel analysiert die wichtigsten Akteurskategorien und ihre spezifischen Bedrohungsprofile.

Russland verfügt über das breiteste Spektrum an Luftbedrohungen und hat dieses im Ukraine-Krieg in bisher ungekanntem Ausmass eingesetzt:
Zwischen Januar und September 2024 setzte Russland nahezu 5'500 Marschflugkörper und Angriffsdrohnen gegen die Ukraine ein — durchschnittlich über 20 pro Tag. Die Strategie kombiniert billige Shahed-Drohnen zur Munitionserschöpfung mit präzisen Marschflugkörpern als Folgeschlag [1].
China hat sich als weltweit grösster Exporteur militärischer Drohnentechnologie etabliert:
Iran hat eine eigenständige Drohnenindustrie aufgebaut und sich als wichtigster Proliferator an nicht-staatliche Akteure positioniert:
Nordkorea wird zunehmend als Drohnenakteur wahrgenommen:
Die jemenitischen Huthis haben sich dank iranischer Unterstützung zu einer der wirksamsten nicht-staatlichen Luftbedrohungen weltweit entwickelt:
Hisbollah setzt seit den 2000er Jahren iranische Drohnen ein:
Hamas, der Islamische Dschihad in Palästina sowie schiitische Milizen im Irak und in Syrien verfügen über iranisch gelieferte oder inspirierte Drohnensysteme. Im Oktober 2023 nutzte Hamas Drohnen gezielt zur Ausschaltung israelischer Überwachungstürme und Kommunikationsinfrastruktur.
Hybride Bedrohungen operieren im Spektrum zwischen Frieden und Krieg — der sogenannten Grauzone. Sie nutzen Drohnen und andere Mittel unterhalb der Schwelle eines bewaffneten Konflikts, um strategische Ziele zu erreichen, ohne eine offene militärische Konfrontation auszulösen.
Aufklärung und Spionage: Kommerzielle Drohnen werden zur Überwachung militärischer Einrichtungen, kritischer Infrastruktur und Staatsbesuchen eingesetzt. In mehreren NATO-Staaten (Schweden, Norwegen, Deutschland) wurden 2023–2025 nicht autorisierte Drohnenflüge über Militärbasen und Energieinfrastruktur registriert.
Sabotage kritischer Infrastruktur: Drohnenangriffe auf Energieversorgung, Kommunikationsnetze oder Transportinfrastruktur können massive wirtschaftliche Schäden verursachen, ohne eindeutig einem Akteur zuordbar zu sein.
Psychologische Kriegsführung: Die blosse Präsenz unidentifizierter Drohnen über sensiblen Gebieten bindet Sicherheitskräfte, erzeugt Unsicherheit in der Bevölkerung und testet die Reaktionsfähigkeit der Verteidigung.
Proxy-Warfare: Die Lieferung von Drohnentechnologie an nicht-staatliche Akteure ermöglicht es Staaten, indirekte Kriegsführung zu betreiben, während sie eine plausible Abstreitbarkeit (Plausible Deniability) aufrechterhalten. Irans Drohnenlieferungen an Huthis, Hisbollah und schiitische Milizen sind das prominenteste Beispiel [4].
Hybride Bedrohungen stellen besondere Anforderungen an die Luftverteidigung:
Die Bedrohung durch Drohnen und Raketen ist kein Monopol von Grossmächten mehr. Die Proliferation — angetrieben durch Iran und China — hat eine Akteurslandschaft geschaffen, in der Huthi-Rebellen mit 35'000-Dollar-Drohnen Milliarden-Dollar-Kriegsschiffe bedrohen können. Die Verteidigungsplanung muss dieses gesamte Akteursspektrum berücksichtigen — vom Hyperschallgleiter einer Grossmacht bis zur FPV-Drohne einer Proxy-Miliz.
[1] Proliferation and Use of Missiles and Armed UAVs — SIPRI Yearbook 2025
[2] PLA Concepts of UAV Swarms and Manned/Unmanned Teaming — Air University CASI
[3] Drones Win Battles, Components Win Wars — RUSI
[4] Iran's Drone Transfers to Proxies — The Iran Primer (USIP)
[5] The Houthi Model — Non-State Actors and Multi-Drone Capabilities — Small Wars Journal