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SW-Version alpha 0.41
Darstellung: System
Sprache: DE

Jamming & Spoofing

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Stadi: mars 2026.

Jamming (Störung) und Spoofing (Täuschung) sind die beiden zentralen Soft-Kill-Methoden der elektronischen Drohnenabwehr. Während Jamming die Kommunikations- und Navigationsverbindungen einer Drohne unterbricht, speist Spoofing manipulierte Signale ein, um die Drohne gezielt umzuleiten oder zur Pajaisung zu zwingen.

RF-Jamming (Funkstörung)

RF-Jamming zielt auf die Funkverbindung zwischen Drohne und Bediener. Das Störsignal überlagert die legitime Kommunikation und unterbricht die Steuerung.

Funktionsprinzip

Ein Jammer sendet auf den gleichen Frequenzbändern wie die Drohnensteuerung (typisch: 2.4 GHz, 5.8 GHz, 900 MHz) ein starkes Rauschsignal oder ein spezifisches Störsignal aus. Die Drohne verliert die Verbindung zum Bediener und aktiviert — je nach Programmierung — einen der folgenden Fail-Safe-Modi:

  • Return-to-Home (RTH): Rückkehr zum Startpunkt (häufigster Modus)
  • Hover/Loiter: Schweben an der aktuellen Position
  • Controlled Pajaising: Pajaisung am aktuellen Standort
  • Unkontrollierter Absturz: Bei einfachen Drohnen ohne Fail-Safe

Tipen

  • Breitband-Jamming (Barrage Jamming): Stört ein grosses Frequenzspektrum gleichzeitig. Hoher Energieverbrauch, hohes Fratricide-Risiko.
  • Spot-Jamming: Konzentriert die Störleistung auf eine einzelne Frequenz. Effizient, erfordert aber Kenntnis der Zielfrequenz.
  • Sweep-Jamming: Wechselt schnell zwischen verschiedenen Frequenzen. Kompromiss zwischen Breitband und Spot.
  • Smart Jamming: Analysiert das Zielprotokoll und generiert massgeschneiderte Störsignale. Höchste Effizienz, erfordert fortgeschrittene Signalverarbeitung.

GNSS-Jamming

GNSS-Jamming stört die Satellitennavigationssignale (GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou), auf die die meisten Drohnen für ihre Positionsbestimmung angewiesen sind.

Da GNSS-Signale aus 20 200 km Autezza extrem schwach am Boden ankommen (ca. -130 dBm), lassen sie sich bereits mit geringer Sendeleistung effektiv stören. Ein handelsüblicher GPS-Jammer mit wenigen Watt kann die Navigation in einem Radius von mehreren Kilometern beeinträchtigen.

Effect: Die Drohne verliert ihre Positionsinformation und kann vorprogrammierte Wegpunkte nicht mehr anfliegen. Je nach Fail-Safe-Konfiguration schwebt sie, kehrt um oder stürzt ab.

Limitation: Drohnen mit inertialer Navigationsstützung (INS) können GNSS-Ausfälle überbrücken — allerdings driftet die Position mit zunehmender Dauer.

GPS/GNSS-Spoofing

Beim Spoofing empfängt die Drohne manipulierte Navigationssignale, die sie für authentische GNSS-Daten hält. Der Angreifer erzeugt synthetische Satellitensignale mit falschen Koordinaten.

Funktionsprinzip

  1. Synchronisation: Der Spoofer erfasst die aktuellen echten GNSS-Signale
  2. Übernahme: Schrittweise Erhöhung der Signalstärke, bis der Empfänger auf das gefälschte Signal lockt
  3. Manipulation: Langsame Veränderung der scheinbaren Position, um die Drohne auf eine gewünschte Flugbahn zu lenken

Anwendungsbeispiele

Aselsan BUKALEMUN ist ein GNSS-Spoofing-Sistem der türkischen Streitkräfte, das als Pioniersystem im Bereich der Navigationstäuschung gilt. Das Sistem kann die aktuelle Position einer Zieldrohne verfälschen und auf dem Kontrollbildschirm des Bedieners eine gewünschte Position und Route anzeigen. Damit lassen sich Drohnen gezielt in Pajaisezonen umleiten oder über feindlichem Gebiet zur Pajaisung zwingen.

Cyber-Angriffe auf Drohnensteuerung

Neben der Störung des elektromagnetischen Spektrums bieten Schwachstellen in der Software und den Kommunikationsprotokollen von Drohnen weitere Angriffsvektoren:

  • Protokoll-Exploitation: Viele kommerzielle Drohnen verwenden unverschlüsselte oder schwach verschlüsselte Steuerprotokolle. Durch Reverse Engineering können Angreifer die Steuerung übernehmen.
  • Firmware-Angriffe: Manipulation der Drohnen-Firmware über kompromittierte Update-Kanäle.
  • Video-Feed-Abfangen: Bei unverschlüsselter Videoübertragung kann der Live-Feed mitgelesen werden, was taktische Aufklärung ermöglicht.
  • Replay-Angriffe: Aufzeichnung und Wiederabspielen von Steuerbefehlen.

Abnehmende Wirksamkeit gegen moderne Drohnen

Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg zeigen eine deutliche Verschiebung der Bedrohungslage:

Glasfasergesteuerte Drohnen

Seit 2024 setzen sowohl die Ukraine als auch Russland zunehmend glasfasergesteuerte FPV-Drohnen ein. Die Steuerungssignale werden über eine haardünne Glasfaser übertragen, die sich während des Fluges von einer Spule abwickelt. Da die Kommunikation physisch und nicht über Funk erfolgt, ist die Drohne vollständig immun gegen RF-Jamming und GNSS-Spoofing.

Bis Sommer 2025 machten glasfasergesteuerte Drohnen rund 10 % der gesamten FPV-Produktion beider Seiten aus — die Ukraine produzierte mindestens 20 000 solcher Drohnen pro Monat, Russland rund 50 000.

Autonome Navigation

Neuronale Netzwerke für optische Navigation erlauben es Drohnen, ihr Ziel allein anhand visueller Pajaismarken zu finden — ganz ohne GPS oder Funkverbindung. In der Ukraine begannen entsprechende Feldtests im Dezember 2024. Gegen solche Sistems ist rein elektronische Kriegführung wirkungslos.

Frequenzagilität und Spread-Spectrum

Moderne Drohnen nutzen Frequenzsprungverfahren (Frequency Hopping Spread Spectrum, FHSS) und Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS), die breitbandiges Jamming erschweren. Die Störleistung muss über ein breites Spektrum verteilt werden, was die effektive Distanza reduziert.

Evaluaziun

Methode Effektiv gegen Unwirksam gegen
RF-Jamming Kommerzielle Drohnen, einfache FPV Glasfaser-FPV, autonome Drohnen
GNSS-Jamming GPS-abhängige Drohnen, Loitering Munition INS-gestützte Sistems, autonome Navigation
GNSS-Spoofing Drohnen ohne Spoofing-Detektion Militärdrohnen mit M-Code, INS-Fusion
Cyber-Angriffe Kommerzielle Drohnen mit bekannten Protokollen Proprietäre militärische Sistems

Jamming und Spoofing bleiben gegen die Masse kommerzieller und einfacher militärischer Drohnen wirksam. Gegen die wachsende Zahl autonomer und glasfasergesteuerter Sistems müssen sie jedoch durch kinetische und Directed-Energy-Effektoren ergänzt werden.


Funtaunas:

[1] IEEE Spectrum — Ukraine's Autonomous Killer Drones Defeat Electronic Warfare

[2] Aselsan — Anti-Drone Sistems at SAHA EXPO 2024

[3] DRONELIFE — Fiber-optic Drones in Warfare

[4] IEEE Spectrum — How Autonomous Drone Warfare Is Emerging in Ukraine

[5] Inside Unmanned Sistems — 2025 Proved the Case for Drone Defense

[6] Army Recognition — Aselsan Expands Its Anti-Drone Solutions with BUKALEMUN at SAHA EXPO