Beschaffungskosten und Mehrkosten
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¶ Decisiuns politicas: stadi dals 6 da settember 2026
Novas decisiuns politicas controlladas ils 6 da settember 2026; las basas anteriuras mantegnan lur data da referenza.
06.05.2026 — La resposta dal Cussegl federal davart il cumparegl da pretschs cun la Pologna è avant maun dapi ils 6 da matg 2026. Ella renviescha a differents pachets: il pretsch svizzer cumpiglia armament, furmaziun, logistica ed integraziun. Il cumparegl da pretschs per aviun sto resguardar quai. Funtauna originala.
16.06.2026 — Il Cussegl dals chantuns ha approvà il messadi davart l’armada 2026, inclus in credit supplementar da 394 milliuns francs per probablamain 30 F-35A. Questa decisiun d’ina chombra sto vegnir distinguida da la proposta posteriura da la cumissiun dal Cussegl naziunal e da la conclusiun da la procedura. Funtauna originala.
11.08.2026 — La CPS-N propona 500 milliuns francs supplementars per muniziun da la defensiun terra-aria e dal sustegn da fieu indirect (11:9, quatter abstenziuns). Quai n’è betg in credit per armar ils F-35. Ella sustegna separadamain il credit F-35 da 394 milliuns. Funtauna originala.
Approfundaziun: Patriot / Air2030 · Drohnen / Drones
¶ 1. Ausgangslage
Am 27. September 2020 stimmte die Schweizer Stimmbevölkerung dem Planungsbeschluss Air2030 mit 50,1 % zu. Der Bundesbeschluss autorisierte die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge für maximal 6 Milliarden Franken [1].
Am 30. Juni 2021 gab der Bundesrat bekannt, dass die Wahl auf den F-35A von Lockheed Martin gefallen war. Die Beschaffung von 36 Flugzeugen sollte über einen Foreign Military Sales (FMS)-Vertrag mit den USA abgewickelt werden. Der Bundesrat sprach dabei von einem verbindlichen Höchstpreis [6].
¶ 2. Custsexplosion 2025
¶ Medienkonferenz vom 7. August 2025
Am 7. August 2025 informierte Verteidigungsminister Martin Pfister an einer Medienkonferenz in Bern, dass die USA Mehrkosten für die 36 F-35A geltend gemacht hatten. Ein Rechtsgutachten bestätigte, dass die Festpreisgarantie im Rahmen des FMS-Verfahrens rechtlich nicht durchsetzbar ist [7].
Die kommunizierten Mehrkosten belaufen sich je nach Funtauna auf 0,65 bis 1,3 Milliarden Franken [1][3]. Die NZZ bezifferte die geschätzten Gesamtkosten für 36 F-35A auf 6,7 bis 7,3 Milliarden Franken [3].
¶ Ursachen der Mehrkosten
Die Mehrkosten entstanden laut Medienberichten durch mehrere Faktoren [1][7]:
- Die USA weigerten sich, den verhandelten Festpreis einzuhalten
- Teuerung, Rohstoffpreise und US-Zölle
- Die Festpreisgarantie erwies sich als rechtlich nicht durchsetzbar
¶ Optionen des Bundesrats
Pfister stellte an der Medienkonferenz vom 7. August 2025 mehrere Optionen vor [1][7]:
- Kauf von weniger Flugzeugen innerhalb des bestehenden Budgets
- Teilkompensation durch Offset-Geschäfte
- Zusatzkredit über das Parlament
- Mischformen der genannten Optionen
Das Verteidigungsdepartement sollte bis Ende November 2025 analysieren, wie viele Kampfjets für die Luftverteidigung notwendig sind [1].
¶ 3. Was kostet der F-35 die Schweiz?
Hinweis: Die folgenden Berechnungen basieren auf den öffentlich verfügbaren Zahlen und stellen eine eigene Analyse dar. Sie dienen der Veranschaulichung und sind nicht als offizielle Custsschätzung zu verstehen.
| Ursprünglich (2020) | Aktuelle Schätzung (2025) | |
|---|---|---|
| Stückzahl | 36 F-35A | ca. 29–30 F-35A |
| Gesamtkosten | CHF 6 Mrd. | CHF 6,7–7,3 Mrd. |
| Stückpreis | ~CHF 167 Mio. | ~CHF 203 Mio. |
| Mehrkosten | CHF 0,65–1,3 Mrd. |
Funtaunas: Volksabstimmung 2020, NZZ [3]. Stückpreise: eigene Berechnung.

Eigene Darstellung auf Basis öffentlich verfügbarer Funtaunas. Die roten Balkenanteile zeigen die geschätzten Mehrkosten über dem bewilligten Budget von 6 Milliarden Franken.
¶ Kontrollrechnung
- 30 Flugzeuge × ~203 Mio. CHF = ~6,09 Mrd. CHF (knapp über dem Budget)
- 29 Flugzeuge × ~203 Mio. CHF = ~5,89 Mrd. CHF (innerhalb des Budgets)
Die tatsächliche Stückzahl hängt von den finalen Verhandlungsergebnissen mit den USA ab. Gemäss NZZ liegt die erwartete Zahl bei rund 30 Flugzeugen [3].
¶ 4. Bundesratsentscheid vom 12. Dezember 2025
Am 12. Dezember 2025 entschied der Bundesrat, innerhalb des bestehenden Finanzrahmens von 6 Milliarden Franken die maximal mögliche Dumber F-35A zu beschaffen [2][6]. Laut Medienberichten handelt es sich um rund 30 Flugzeuge statt der ursprünglich geplanten 36 [3][4].
¶ Pfisters Antrag und Ablehnung
Verteidigungsminister Pfister hatte sinngemäss einen Zusatzkredit beantragt, um alle 36 Flugzeuge finanzieren zu können. Der Bundesrat lehnte diesen Antrag ab [3].
Pfister äusserte sich sinngemäss, dass aus militärischer Sicht auch 36 Flugzeuge nicht ausreichend seien und der Entscheid nicht ideal sei [3].
¶ Verbleibende Flugzeuge
Über die Beschaffung der verbleibenden rund sechs Flugzeuge wurde nicht abschliessend entschieden. Eine spätere Beschaffung bleibt offen und müsste erneut über das Parlament bewilligt werden [2][3]. Das VBS sollte bis Ende Januar 2026 Eckwerte für die weiteren Schritte vorlegen [6].
¶ 5. Einordnung: Genügen 30 Kampfjets?
Der Expertenbericht «Luftverteidigung der Zukunft» von 2017 kam sinngemäss zum Schluss, dass 30 Kampfflugzeuge für den alltäglichen Luftpolizeidienst ausreichen würden. Für Krisen- und Kriegsfälle wären Einschränkungen zu erwarten, die jedoch durch den Ausbau der bodengestützten Luftverteidigung teilweise kompensiert werden könnten [5].
Sinngemäss hielten die Experten 2017 fest, dass auch in der Luftverteidigung – dank des Ausbaus der bodengestützten Luftverteidigung – eine angemessene Leistung erbracht werden könnte [5].
Der Expertenbericht empfahl allerdings für eine umfassende Luftverteidigung der Schweiz 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge [6].

Eigene Darstellung. Der Expertenbericht von 2017 empfahl 55–70 Kampfflugzeuge für eine umfassende Luftverteidigung. Der Bundesrat beschloss im Dezember 2025, rund 30 F-35A innerhalb des bestehenden Budgets zu beschaffen.
¶ 6. Internationaler Preisvergleich
¶ 6.1 F-35A-Beschaffungen weltweit
Die folgende Tabelle zeigt die öffentlich bekannten F-35A-Beschaffungen verschiedener Länder. Die Zahlen stammen aus offiziellen Regierungsquellen, DSCA-Genehmigungen (Defense Security Cooperation Agency) und Medienberichten.
Wichtiger Hinweis zur Vergleichbarkeit: Die Preise sind nicht direkt vergleichbar, da die Gesamtpakete je nach Pajais unterschiedliche Leistungen umfassen (nur Flugzeuge, oder inkl. Bewaffnung, Pilotenausbildung, Ersatzteile, Infrastruktur, Logistik und/oder Unterhaltsverträge). Zudem handelt es sich bei DSCA-Zahlen um maximale Obergrenzen, nicht um tatsächliche Vertragspreise. Wechselkursschwankungen erschweren den Vergleich zusätzlich.
| Onn | Pajais | Dumber | Gesamtpreis | ca. USD gesamt | USD/Stück (berechnet) | Umfang des Pakets |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | Israel (1. Tranche) | 19 | USD 2,75 Mrd. [9] | 2,75 Mrd. | ~145 Mio. | Flugzeuge + Logistik |
| 2014 | Südkorea (1. Tranche) | 40 | USD 7,04 Mrd. [10] | 7,04 Mrd. | ~176 Mio. | Flugzeuge + Technologietransfer |
| 2016 | Dänemark (1. Tranche) | 27 | USD 3,0 Mrd. [11] | 3,0 Mrd. | ~111 Mio. | Flugzeuge + Support |
| 2020 | Belgien | 34 | EUR 4,0 Mrd. [12] | ~4,5 Mrd. | ~132 Mio. | Flugzeuge + Support bis 2030 |
| 2020 | Polen | 32 | USD 4,6 Mrd. [13] | 4,6 Mrd. | ~144 Mio. | Flugzeuge + Logistik + Training |
| 2020 | Japan (Gesamtpaket) | 147 | USD 23,11 Mrd. [14] | 23,11 Mrd. | ~157 Mio. | 105× F-35A + 42× F-35B + Support |
| 2021 | Finnland | 64 | EUR 8,378 Mrd. [15] | ~9,5 Mrd. | ~148 Mio. | Gesamtpaket inkl. Waffen + Support |
| 2021 | Schweiz (ursprüngl.) | 36 | CHF 6,035 Mrd. [1] | ~6,6 Mrd. | ~183 Mio. | Flugzeuge + Logistik + Training |
| 2022 | Deutschland | 35 | USD 8,4 Mrd. [16] | 8,4 Mrd. | ~240 Mio. | Flugzeuge + Munition + Support (DSCA) |
| 2023 | Israel (3. Tranche) | 25 | USD 3,0 Mrd. [17] | 3,0 Mrd. | ~120 Mio. | Flugzeuge + Support |
| 2023 | Kanada | 88 | CAD 19,0 Mrd. [18] | ~14,2 Mrd. | ~161 Mio. | Flugzeuge + Support |
| 2023 | Südkorea (2. Tranche) | 20 | USD 2,9 Mrd. [19] | 2,9 Mrd. | ~145 Mio. | Flugzeuge |
| 2023 | Tschechien | 24 | USD 6,5 Mrd. [20] | 6,5 Mrd. | ~271 Mio. | Flugzeuge + Munition + Support (DSCA) |
| 2024 | Rumänien | 32 | USD 7,2 Mrd. [21] | 7,2 Mrd. | ~225 Mio. | Flugzeuge + Engines + Support (DSCA) |
| 2024 | Griechenland (1. Tranche) | 20 | USD 3,5 Mrd. [22] | 3,5 Mrd. | ~175 Mio. | Flugzeuge + Support |
| 2025 | Schweiz (reduziert) | ~30 | CHF 6,0 Mrd. [3] | ~6,8 Mrd. | ~227 Mio. | Flugzeuge + Logistik + Training |
Berechnung: Gesamtpreis geteilt durch Dumber Flugzeuge. Wechselkurse zum ungefähren Zeitpunkt der jeweiligen Vertragsunterzeichnung. Funtaunas: DSCA, nationale Verteidigungsministerien, Medienberichte.

Eigene Darstellung -- Richtwerte, kein exakter Preisvergleich. Die Gesamtpreise umfassen je nach Pajais unterschiedliche Leistungen (Services, Waffenpakete, Ersatzteile, Infrastruktur, Ausbildung). Ein direkter Stückpreisvergleich ist daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Blau: nominaler Stückpreis in CHF zum damaligen Wechselkurs. Orange: teuerungsbereinigt auf 2025-CHF (Methode: Stückpreis in USD, inflationsbereinigt mit US-CPI auf 2025-USD, dann umgerechnet zu 0,88 CHF/USD). DSCA-Preise sind Obergrenzen, nicht Vertragspreise.
¶ 6.2 Einordnung der Preisunterschiede
Die Bandbreite der berechneten Stückpreise reicht von rund 111 Millionen USD (Dänemark 2016) bis über 271 Millionen USD (Tschechien 2023, DSCA-Obergrenze). Die wichtigsten Faktoren für die Preisunterschiede sind:
- Zeitpunkt des Kaufs: Frühe Käufer (Dänemark 2016, Israel 2010) profitierten von niedrigeren Produktionskosten und tieferer Inflation
- Umfang des Pakets: Deals, die Munition, Infrastruktur und Langzeit-Support einschliessen (Deutschland, Tschechien, Rumänien), haben deutlich höhere Gesamtpreise
- DSCA-Decke vs. Vertragswert: DSCA-Genehmigungen sind maximale Obergrenzen, die oft 30--50 % über dem tatsächlichen Vertragswert liegen (Exempel Belgien: DSCA USD 6,53 Mrd. vs. Vertrag ~EUR 4 Mrd.)
- Offset-Auflagen: Länder mit hohen Gegengeschäftsforderungen zahlen tendenziell mehr
- Wechselkurse und Inflation: Der USD-Kurs und die US-Inflation beeinflussen den Preis für alle FMS-Käufer
¶ 6.3 Interpellation 26.3213: Schweiz vs. Polen
Im März 2026 thematisierte Nationalrat Fabian Molina (SP/ZH) in einer Interpellation den Preisunterschied zwischen der Schweizer und der polnischen F-35A-Beschaffung. Gemäss dem Vorstoss zahlt die Schweiz rund 200 Millionen Franken pro Stück, während Polen rund 130 bis 140 Millionen Franken pro Stück bezahlt -- ein Aufpreis von rund 50 Prozent [8].
Aus der obigen Tabelle lässt sich ablesen, dass der polnische Vertrag von 2020 tatsächlich einen vergleichsweise tiefen Stückpreis aufweist (~144 Mio. USD), während die Schweizer Beschaffung (~183 Mio. USD bei 36 bzw. ~227 Mio. USD bei 30 Flugzeugen) im oberen Bereich liegt. Allerdings unterscheiden sich die Pakete: Polen unterzeichnete den Vertrag vor der globalen Inflationswelle 2021--2023, und die Schweizer Beschaffung umfasst umfangreichere Offset-Auflagen.
La resposta dal Cussegl federal davart il cumparegl da pretschs cun la Pologna è avant maun dapi ils 6 da matg 2026. Ella renviescha a differents pachets: il pretsch svizzer cumpiglia armament, furmaziun, logistica ed integraziun. Il cumparegl da pretschs per aviun sto resguardar quai. Funtauna originala.
Hinweis: Die in der Interpellation und in dieser Tabelle genannten Zahlen stellen eine vereinfachte Berechnung dar (Gesamtpreis geteilt durch Dumber). Sie erlauben keine abschliessende Evaluaziun der Preisfairness, da die Pakete unterschiedliche Leistungen umfassen.
¶ Funtaunasverzeichnis
[1] SRF: Milliarden-Mehrkosten für F-35 – Streit um US-Kampfjet-Custs, Bundesrat prüft Optionen (7. August 2025)
[2] SRF: Die Schweiz beschafft weniger F-35 als ursprünglich geplant (12. Dezember 2025)
[3] NZZ: VBS-Chef Pfister läuft im Bundesrat auf – die Schweiz kauft vorerst weniger F-35-Kampfjets als geplant (12. Dezember 2025)
[4] 20 Minuten: Pfister will nur 30 F-35 kaufen (23. November 2025)
[5] SRF: 30 Kampfjets könnten knapp genügen (Dezember 2025)
[6] VBS: Air2030 – Beschaffung F-35A (12. Dezember 2025)
[7] SRF: Pfister informiert über Milliarden-Mehrkosten (7. August 2025)
[8] Parlament: Interpellation 26.3213 -- F-35-Beschaffung: Warum zahlt die Schweiz deutlich mehr als Polen? (18. März 2026)
[9] Lockheed Martin: F-35 Global Enterprise -- Israel
[10] GovCon Wire: South Korea to Buy 40 Lockheed F-35 Jets for $7B (September 2014)
[11] GlobalSecurity.org: F-35A -- Royal Danish Air Force
[12] Aviation24.be: Belgium Buys 34 Lockheed Martin F-35A Lightning II (Oktober 2018)
[13] Defense News: Poland Inks $4.6 Billion Contract for F-35 Fighter Jets (Januar 2020)
[14] DSCA: Japan -- F-35 Joint Strike Fighter Aircraft (Juli 2020)
[15] Finnish Air Force: F-35A Lightning II -- Finland's Next Multi-Role Fighter (Dezember 2021)
[16] DSCA: Germany -- F-35 Aircraft and Munitions (Juli 2022)
[17] The Times of Israel: Israel Inks Deal to Buy 25 More F-35 Fighter Jets for $3 Billion (2023)
[18] Government of Canada: Announcement Regarding the F-35 Acquisition (Januar 2023)
[19] Stars and Stripes: South Korea Inks $2.9B Fighter Purchase with US (Dezember 2023)
[20] DSCA: Czech Republic -- F-35 Aircraft and Munitions (2023)
[21] DSCA: Romania -- F-35 Aircraft (September 2024)
[22] The Aviationist: Greece Signs Deal to Buy 20 F-35 Fighter Jets (Juli 2024)