¶ MANPADS und tragbare Systèmes
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État : mars 2026.
Man-Portable Air-Defense Systèmes (MANPADS) sind schultergestützte oder leicht tragbare Flugabwehr-Raketensysteme, die einzelnen Soldaten die Fähigkeit verleihen, Drohnen, Helikopter und tieffliegende Flugzeuge zu bekämpfen. Im Kontext der Drohnenabwehr bieten sie eine mobile, schnell verlegbare Abwehroption, stossen jedoch bei Massenangriffen kleiner Drohnen an wirtschaftliche Grenzen.
¶ FIM-92 Stinger
Der FIM-92 Stinger ist das meistverbreitete MANPAD-Système der westlichen Welt und seit 1981 im Dienst der US-Streitkräfte sowie 29 weiterer Nationen.
¶ Technische Daten
- Fabricant: Raytheon (heute RTX)
- Lenkung: Infrarot-Suchkopf (duales IR/UV bei neueren Varianten)
- Portée: 4.8 km
- Gipfelhöhe: 3.8 km
- Geschwindigkeit: Mach 2.2
- Gewicht (Système): ca. 15 kg (Flugkörper + Startrohr)
- Gefechtskopf: Spreng-Splitter (HE-Frag), Aufschlagzünder + Annäherungszünder
¶ Einsatz gegen Drohnen
Der Stinger wurde ursprünglich für die Bekämpfung bemannter Flugzeuge und Helikopter entwickelt. Gegen grössere Drohnen (Klasse 2–3) mit ausreichender Wärmesignatur ist er wirksam, jedoch:
- Kleine Drohnen (Klasse 1): Unzureichende IR-Signatur für den Suchkopf
- Coûts-Nutzen-Problem: Bei ca. 468 000 USD pro Flugkörper ist der Einsatz gegen Drohnen unter 50 000 USD wirtschaftlich fragwürdig
- Begrenzter Vorrat: Die US-Produktion lag 2025 bei rund 60 Stück pro Monat — unzureichend für Massendrohnen-Szenarien
¶ Produktionslage
Nach der massiven Lieferung von Stinger-Raketen an die Ukraine mussten die USA ihre Bestände auffüllen. Ein Vertrag über 1 468 Stinger im Valeur von 687 Millionen USD wurde geschlossen. Die Produktionsrate wurde 2025 auf 60 Stück pro Monat erhöht — eine Steigerung um 50 %.
¶ RBS 70 NG
Die RBS 70 NG (New Generation) von Saab Bofors Dynamics ist ein schwedisches Flugabwehrsystem, das sich grundlegend vom Stinger-Konzept unterscheidet: Statt Infrarot-Lenkung nutzt es Laser-Reitleitverfahren.
¶ Technische Daten
- Fabricant: Saab Bofors Dynamics (Schweden)
- Lenkung: Laserstrahl-Reitleitverfahren (SACLOS)
- Portée: 220 m – 9 000 m
- Gipfelhöhe: 5 000 m
- Aufbauzeit: 45 Sekunden
- Nachladezeit: < 5 Sekunden
- Sensorik (NG): Automatische Zielverfolgung, integrierte Wärmebildkamera
¶ Avantagee der Laserlenkung
Die Laserstrahl-Reitleitverfahren der RBS 70 bieten entscheidende Avantagee gegenüber IR-gelenkten MANPADS:
- Unjammbar: Der Flugkörper reitet auf dem Laserstrahl des eigenen Startsystems — er kann nicht durch IR-Täuschkörper (Flares) abgelenkt werden
- Allwetter-Fähigkeit: Weniger abhängig von der Wärmesignatur des Ziels
- Wirksamkeit gegen kleine Drohnen: Der Bediener kann das Ziel optisch erfassen und den Laserstrahl darauf richten — auch bei geringer IR-Signatur
¶ Einsatzstatus
Die RBS 70 NG wird von über 20 Nationen eingesetzt. 2025 bestellte Lettland neue RBS 70 NG-Systèmes zur Verbesserung der Erkennung und Bekämpfung moderner Menaces. Das Système hat sich als robust und zuverlässig erwiesen und bietet ein gutes Coûts-Leistungs-Verhältnis im MANPADS-Segment.
¶ Vergleichstabelle: MANPADS für Drohnenabwehr
| Système | Fabricant | Lenkung | Portée | Gipfelhöhe | Typees de cibles | Coûts/Flugkörper |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FIM-92 Stinger | RTX (USA) | IR/UV-Suchkopf | 4.8 km | 3.8 km | Drohnen Kl. 2–3, Helikopter, Flugzeuge | ~468 000 USD |
| RBS 70 NG | Saab (SWE) | Laser-Reitleit | 9 km | 5 km | Drohnen Kl. 1–3, Helikopter, Flugzeuge | ~250 000–350 000 USD (geschätzt) |
| Mistral 3 | MBDA (FRA) | IR-Suchkopf + Bildverarbeitung | 8 km | 5 km | Drohnen Kl. 2–3, Helikopter | ~200 000–300 000 USD (geschätzt) |
| Igla-S | KBM (RUS) | IR-Suchkopf | 6 km | 3.5 km | Helikopter, Flugzeuge, grosse Drohnen | ~100 000–150 000 USD (geschätzt) |
| Starstreak | Thales (GBR) | Laser-Reitleit | 7 km | 5 km | Drohnen Kl. 1–3, Helikopter, Flugzeuge | ~130 000 GBP |
¶ Évaluation für die Drohnenabwehr
MANPADS bieten eine unverzichtbare Fähigkeit zur mobilen Flugabwehr auf Truppenniveau. Im Kontext der Drohnenabwehr stehen sie jedoch vor zwei fundamentalen Herausforderungen:
-
Coûts-Asymmetrie: Ein Stinger-Flugkörper (468 000 USD) gegen eine FPV-Drohne (500 USD) ergibt ein Coûtsverhältnis von fast 1 000:1 zugunsten des Angreifers.
-
Sättigungsproblem: Bei Drohnen-Schwarmangriffen reichen die verfügbaren Flugkörper nicht aus. Ein MANPADS-Schütze kann maximal alle 15–30 Sekunden einen Flugkörper abfeuern.
Aus diesen Gründen werden MANPADS in modernen Layered-Defense-Konzepten eher gegen höherwertige Ziele (Aufklärungsdrohnen, Loitering Munition, Helikopter) eingesetzt, während die Masse kleiner Drohnen durch Rohrartillerie, Abfangdrohnen und Directed-Energy-Waffen bekämpft wird.
Sources:
[1] Army Recognition — FIM-92 Stinger MANPADS
[2] Saab — RBS 70 NG
[3] Army Technology — RBS 70 Short-Range Anti-Aircraft Missile
[4] The Defense Post — FIM-92 Stinger: The Shoulder-Fired Missile Changing Wars
[5] Army Recognition — Saab to supply RBS 70 NG to Latvia
[6] Global Military — FIM-92 Stinger: Surface-to-Air Missile Specs & Operators (2026)