
Hyperscaler-Marktanteile Q1 2026 — Rechtsraum-Konzentration
Die globale Cloud-Infrastruktur ist hochkonzentriert in den Händen weniger US-Anbieter: AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, gefolgt von Oracle, IBM, Apple. Alle stehen unter US-Jurisdiktion und damit unter CLOUD Act und FISA 702. Lokale Rechenzentrumsregionen in Zürich, Frankfurt oder Dublin ändern nichts an der rechtlichen Erreichbarkeit.
Hyperscaler betreiben weltweit Regionen, deren Marketing «Daten bleiben in der EU/CH» auf physische Speicherung zielt. Rechtlich relevant ist Kontrolle: der US-Mutterkonzern kann administrativ auf jede Region zugreifen. Microsoft 365 «EU Data Boundary» und Google «Sovereign Controls» reduzieren Datenflüsse, schliessen aber Mutterkonzern-Zugriff nicht aus.
Marktdominanz (Synergy Research, Q1 2026): AWS ~32 %, Azure ~23 %, Google Cloud ~11 %. In EU-Staatsverwaltungen liegt der Anteil US-Hyperscaler typisch über 70 %.
Schweizer Bundesverwaltung (BIT), Kantonsverwaltungen und ein Grossteil der Wirtschaft setzen auf Microsoft 365. Schweizer Alternativen decken nicht das volle Funktionsspektrum ab. Die Bundeskanzlei hat 2021 «Cloud-Dienste der öffentlichen Verwaltung» auf fünf US-Hyperscaler ohne Ausschluss US-jurisdiktionaler Anbieter vergeben.
Die strukturelle Abhängigkeit der Schweizer Verwaltung von US-Hyperscalern ist eine politische Entscheidung mit rechtlichen Folgen, die kaum öffentlich debattiert wurde.
Hinweis: Die folgenden Punkte sind Empfehlungen aus dem BGDS-Entwurf (Sektion 6) — kein geltendes Recht, sondern Vorschläge für eine künftige Schweizer Gesetzgebung.
Der BGDS-Vorschlag (Art. 15-20) verlangt vor Auftragsvergabe an Hyperscaler einen dokumentierten Souveränitäts-Risikobericht und für sensible Datenklassen einen expliziten Ausschluss.