Cellebrite UFED (Israel), GrayKey (USA) und Magnet AXIOM (Kanada) sind die wichtigsten forensischen Plattformen für Datenextraktion aus Smartphones, Tablets und Computern. Schweizer Strafverfolgung nutzt Cellebrite regelmässig. Die Werkzeuge umgehen verschlüsselte Sperrbildschirme durch Exploits — ein ständiges Wettrennen mit Hersteller-Patches.
Cellebrite UFED Premium extrahiert iOS/Android via Kabel: Anrufprotokolle, Nachrichten (auch gelöscht), Standorte, Apps, Cloud-Tokens. Bypass von PIN-Codes via Exploits, deren Wirkung von Geräte-/OS-Version abhängt. GrayKey ist auf iOS spezialisiert. Magnet AXIOM ergänzt mit umfassender Cloud-Forensik.
Lizenz-Modelle und Update-Verträge; Kosten pro Lizenz typisch 5'000–25'000 USD jährlich.
Schweizer Strafverfolgungsbehörden (fedpol, Kantonspolizei Zürich, Genf u.a.) nutzen Cellebrite-Produkte. Beschaffungen sind auf simap.ch teilweise auffindbar. Die Werkzeuge sind in StPO als technische Sachverständigentätigkeit eingeordnet; richterliche Genehmigung der Geräteauswertung ist nötig.
Forensische Werkzeuge sind in legitimer Strafverfolgung sinnvoll, aber gleichzeitig ein Macht-Asymmetrie-Werkzeug. Cellebrite-Daten umfassen oft mehr als die ursprüngliche Beschlagnahme-Grundlage formal abdeckt.
Hinweis: Die folgenden Punkte sind Empfehlungen aus dem BGDS-Entwurf (Sektion 6) — kein geltendes Recht, sondern Vorschläge für eine künftige Schweizer Gesetzgebung.
Der BGDS-Vorschlag enthält keine direkte Regelung forensischer Werkzeuge — diese fallen unter StPO. Ergänzende Bestimmung verlangt, dass forensisch gewonnene Cloud-Tokens nur mit separater Genehmigung zur Cloud-Abfrage genutzt werden dürfen.