Palantir Foundry, Gotham, Apollo, AIP

Palantir — vier Produkte und Konzeptkern Ontologie + PBAC
In drei Sätzen verstanden
Palantir Technologies Inc. (gegr. 2003, Hauptsitz Denver, CO) ist die wichtigste Datenanalyse-Plattform für Geheimdienste, Militär, Strafverfolgung und Behörden weltweit. Produkte: Gotham (Geheimdienst/Defense), Foundry (Enterprise/Behörden), Apollo (Deployment), AIP (KI-Plattform). Börsennotiert (NYSE: PLTR); CIA-In-Q-Tel war früher Investor.
Mechanik
Gotham modelliert Daten als Ontologie — Personen, Orte, Vorgänge, Beziehungen als Knoten und Kanten. SIGINT, HUMINT, OSINT werden einheitlich eingespeist. Foundry bietet ähnliche Funktion für Behörden und Konzerne. Purpose-Based Access Control (PBAC) dokumentiert Verarbeitungszwecke.
Architektur: Datenpipelines (Ontology), Analyse-Werkzeuge (Quiver, Notepad, Object Explorer), Operationalisierung (Workflows). Apollo verwaltet Deployment. AIP integriert LLMs; sicherheitskritische Anwendungen erfordern Air-Gap- oder dedizierte Cloud-Deployments.
Was das für die Schweiz bedeutet
fedpol nutzt Palantir Gotham für gewisse Analysen (Recherchestand 2024, teils dokumentiert). Andere Bundesstellen und Kantone evaluieren bzw. nutzen Foundry. Vertragsumfänge nur teilweise öffentlich.
Logische Schlussfolgerung
Palantir-Werkzeuge sind technisch hochentwickelt und schaffen erhebliche Analyse-Effizienz. Sie zentralisieren Daten in einer proprietären US-Plattform, was Souveränitäts-Risiken aufwirft, die nicht durch PBAC oder On-Premise-Deployment vollständig eliminierbar sind.
Was sich daraus für die Gesetzgebung ergibt
Hinweis: Die folgenden Punkte sind Empfehlungen aus dem BGDS-Entwurf (Sektion 6) — kein geltendes Recht, sondern Vorschläge für eine künftige Schweizer Gesetzgebung.
Der BGDS-Vorschlag (Art. 9-14) verlangt für staatliche Datenanalyse-Plattformen einen dokumentierten Souveränitäts-Risikobericht und für sensible Datenklassen die Bevorzugung von Open-Source-Alternativen (Linkurious, Neo4j Bloom, OpenSearch).