¶ SwissHDS und DigiSanté – Die Reihenfolge ist entscheidend
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¶ Drei Ebenen
| Ebene | Aufgabe |
|---|---|
| Praxis-, Klinik- und Laborsysteme | Medizinische Arbeit und Primärdokumentation vor Ort |
| E-GD | Übergreifende, längerfristig verfügbare behandlungsrelevante Informationen |
| Swiss Health Data Space | Gemeinsame Dienste, Standards und kontrollierter Austausch zwischen Organisationen |
Das BAG-Faktenblatt nennt HL7 FHIR als Grundlage für strukturierte Informationen und standardisierte Schnittstellen. Ein PDF-Bericht bleibt möglich; ein standardisierter Medikationsdatensatz kann dagegen maschinell verarbeitet werden. Technische Aspekte, S. 1–2
¶ SwissHDS ist nicht einfach ein zweites Zentralarchiv
Der amtliche Projektbeschrieb sieht eine föderierte Architektur vor: Daten verbleiben grundsätzlich bei verantwortlichen Organisationen und werden über gemeinsame Dienste kontrolliert nutzbar. Das Projekt finanziert nicht automatisch die lokale IT-Umstellung aller Praxen und Spitäler. Projektbeschrieb, Ziele und Abgrenzung
Ein eigenes Gesetzgebungsprojekt, das Bundesgesetz über den digitalen Datenraum Gesundheit (BDG), soll Rechtsgrundlagen für Aufbau und Betrieb schaffen. Sein Projektzeitraum 2025–2031 ist kein Nachweis, dass dieses Gesetz bereits gilt. Amtlicher Gesetzgebungsprojektbeschrieb
¶ Der Einwand der Ärzteschaft
Die FMH unterstützt die stärkere Bundesrolle, verlangt aber eine gemeinsame Gesetzgebung und abgestimmte Einführung von E-GD und SwissHDS. Ihre Sorge: Eine Ablage allein schafft noch keine reibungslosen Arbeitsabläufe zwischen den Behandlungspartnern; isolierte Vorhaben könnten zusätzliche Kosten erzeugen. Position zur Gesamtarchitektur
¶ Sparvorgaben verändern die Planung
Am 5. Juni 2026 teilte das BAG mit, dass für DigiSanté 2027 31,5 statt ursprünglich 59 Millionen Franken vorgesehen seien. SwissHDS soll sich zunächst auf Kernelemente des E-GD und ausgewählte Pilotprojekte konzentrieren. Diese Zahlen betreffen das Programm DigiSanté, nicht einen feststehenden Gesamtpreis des E-GD. Budget und neue Priorisierung
Redaktionelle Einordnung: Die Aussage «erst Dossiers, danach Datenaustausch» beschreibt eine Sorge über Abhängigkeiten. Eine belastbare Bewertung verlangt konkrete Meilensteine: Welche Schnittstellen müssen beim Dossierstart funktionieren, welche Dienste kommen später, und wer bezahlt Anpassungen?