Die Five Eyes (USA, UK, Kanada, Australien, Neuseeland) sind ein nachrichtendienstliches Bündnis mit weitgehender SIGINT-Kooperation. Die Schweiz ist nicht Mitglied, pflegt aber Liaison-Beziehungen zu einzelnen Diensten. Die GPDel hält fest, dass die Schweiz von US-Datenflüssen profitiert, aber wenig Steuerungseinfluss hat.
Liaison-Verbindungen erlauben bilateralen Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse — typisch fall-zu-fall und im Rahmen schriftlicher Memoranda. Die Schweiz unterhält Liaison-Beziehungen zu US-Diensten (FBI Legat Bern, CIA-Stelle US-Botschaft), GCHQ/MI6 (UK) und EU-Diensten (BND, DGSE, AISE). Anzahl Liaison-Übermittlungen wird in AB-ND-Jahresberichten aggregiert erfasst.
Die Five Eyes selbst tauschen massive SIGINT-Bestände in Echtzeit aus — eine Schweizer Teilnahme an dieser Stufe ist nicht dokumentiert.
Schweizer NDB-Erkenntnisse fliessen in die Five-Eyes-Sphäre über Liaison-Kanäle; umgekehrt erhält die Schweiz Erkenntnisse aus Five-Eyes-Quellen. Volumen und Tiefe sind nicht öffentlich, gemäss GPDel jedoch «erheblich». Schweizer Bürger:innen können sich gegen eine Weitergabe ihrer Daten an ausländische Dienste nicht effektiv wehren.
Die Schweiz ist faktisch in asymmetrischer Liaison-Position — Empfängerin von Five-Eyes-Auswertung, kleinerer Beitrag in die Gegenrichtung. Die parlamentarische Aufsicht ist durch Klassifizierung stark beschränkt.
Hinweis: Die folgenden Punkte sind Empfehlungen aus dem BGDS-Entwurf (Sektion 6) — kein geltendes Recht, sondern Vorschläge für eine künftige Schweizer Gesetzgebung.
Der BGDS-Vorschlag (Art. 21-26) empfiehlt eine zusätzliche jährliche Statistik zu Liaison-Übermittlungen — aufgeschlüsselt nach Ländern, Volumina-Klassen und Zweckbindung.