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SW-Version alpha 0.41
Darstellung: System
Sprache: DE

Migrationspfade — Wochenend, Behörden, Unternehmen

Migrationspfade — drei Geschwindigkeiten

Migrationspfade — drei Geschwindigkeiten

In drei Sätzen verstanden

Souveränität entsteht nicht im Sprung, sondern in geplanten Migrationen. Drei Pfade: Wochenend-Plan für Privatpersonen (12-24 Stunden Aufwand), Behörden-Plan (2-5 Jahre Rollout), Unternehmens-Plan (1-3 Jahre, Tier-1/Tier-2-Daten). Alle drei beginnen mit Datenklassifizierung und enden mit lebenslanger Betriebs-Verantwortung.

Mechanik

Wochenend-Plan — Privatpersonen (12–24 Stunden Aufwand)

  1. Mail-Migration zu Proton oder Tutanota
  2. Browser auf Firefox oder Brave umstellen
  3. Passwort-Manager Bitwarden (Cloud) oder Vaultwarden (Self-hosted)
  4. Hardware-Token YubiKey oder Nitrokey für die wichtigsten Konten
  5. Messenger Threema oder Signal statt WhatsApp
  6. Mobil-OS GrapheneOS oder Murena prüfen (Pixel- oder Fairphone-Hardware)

Behörden-Plan — Öffentliche Verwaltung (2–5 Jahre Gesamtdauer)

Phase Dauer Schritt
0 3–6 Monate Datenklassifizierung (Tier 1 / 2 / 3)
1 6–12 Monate Pilot mit Nextcloud + Collabora + Keycloak in einer Abteilung
2 12–24 Monate Identity-Migration (Entra ID → Keycloak + LLDAP)
3 24–48 Monate Office-Workflow-Migration (Word/Excel/Teams/OneDrive)
4 48–60 Monate Vollausbau, Microsoft-Lizenzen kündigen

Details: Checkliste Behörden und KMU.

Unternehmens-Plan — KMU mit 50–500 Mitarbeitenden (12–18 Monate)

  • Datenklassifizierung vorab:
  • Tier 1 (vertraulich) — Migration zu souveränen Schweizer/EU-Anbietern
  • Tier 2 (sensibel) — Migration prüfen, Hybrid akzeptabel
  • Tier 3 (normal) — kann bei Hyperscalern bleiben, mit dokumentiertem Risiko
  • Hybrid-Architektur mit klaren Datenflüssen und Schutz-Markern pro Tier
  • Datenfluss-Karte als laufendes Compliance-Dokument

Was das für die Schweiz bedeutet

Schweizer Beispiele: Stadt Bern (LibreOffice-Test), Kanton Waadt (OSS-Strategie), einzelne Gemeinden mit Nextcloud, KMU im Anwalts- und Arzt-Bereich. Operative Erfahrung: Migrationen scheitern nicht an Technik, sondern an mangelnder politischer Priorität und Schulungs-Budget.

Logische Schlussfolgerung

Souveränitäts-Migration ist eine Frage der Zeit und des Mandats. Technisch sind die Pfade etabliert; die politische Entscheidung ist die wahre Hürde.

Was sich daraus für die Gesetzgebung ergibt

Hinweis: Die folgenden Punkte sind Empfehlungen aus dem BGDS-Entwurf (Sektion 6)kein geltendes Recht, sondern Vorschläge für eine künftige Schweizer Gesetzgebung.

Der BGDS-Vorschlag (Art. 27-32) (Übergangsbestimmungen) legt Fristen fest: Tier-1-Daten in 5 Jahren auf souveränen Stack, Tier-2-Daten in 10 Jahren.

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Quellen

  • EU FOSS Maturity Model — Link
  • BIT, Open-Source-Strategie — Link
  • ch-open.ch, Beispiele Schweizer Migrationen — Link